Das Märchen vom schönen Bernhard

(aus: Schlaglichter Nr.46/00)

Stufenkonferenz 2000 - Erzähl mir doch (k)ein Märchen

Dieses Märchen dachten sich einige Wö-Leiter in einem Workshop aus, nachdem sie einem Märchenerzähler einen ganzen Morgen lang zuhören mussten (und dieser mehr über sein Leben als über Märchen erzählte). Als Aufgabe stand im Raum, die folgenden zehn Begriffe einzuflechten: Himberrbonbon-Packpapier, der schöne Bernhard, Bügeleisen, Pinguin, Dudelsack, Winzergenossenschaft, schwarzes Konto, Hasenhirn, Knallerbsenstrauch und Prinz Doof. Heraus kam folgendes: (kleiner Tip: Die Geschichte muss im Geiste der Verfasser gelesen werden.)

Es war einmal ...

ein Jüngling, er wurde der schöne Bernhard genannt. Sein Hobby war Himbeerbonbon-Packpapier sammeln. Zerknüllte pflegte er mit seinem Bügeleisen zu glätten. Am liebsten hatte er Hb-Pp mit Pinguin-Motiven.

"Dieses Papier hat aber einen Ehrenplatz in meiner Sammlung verdient", rief er erfreut. Vor lauter Freude über seine Neuerrungenschaft griff er zu seinem Dudelsack. Das sah ein Mitarbeiter der Winzergenossenschaft. Er kam gerade von Lichtenstein zurück, wo er mit Prinz Doof einen Koffer mit Geld von einem der zahlreichen schwarzen Konten geholt hatte. Er sagte zum schönen Bernhard: "Willst du bei uns mitarbeiten? Wir wollen einen BIOLOGISCHEN KREATIVITÄTSVERSUCH mit Hasenhirn und Knallerbsen-Sträuchern machen, um einen neuen Wein zu kreieren. Magst du mitkommen?"

Das ließ sich der schöne Bernhard nicht zweimal sagen. Er war Feuer und Flamme. "Wo wollen wir denn mit der Zucht beginnen?", fragte er und hielt seinen Dudelsack fest in der Hand. Das beeindruckte eine Weinprinzessin auf der Weinerbse sehr. Sie war extra von ihrem Weinglasberg gekommen, um sich den imposanten Dudelsack anzusehen. Der Winzergenossenschafts-Mitarbeiter monierte jedoch, dass der biologische Versuch zu gefährlich für sie sei und stieß sie so kräftig, dass sie für die nächsten 100 Jahre ihr Problem auf dem Weinberg aussitzen musste.

Der schöne Bernhard drückte seinen mittlerweile angeschwollenen Dudelsack noch fester. Die Musik war sehr spritzig. "Jetzt ist keine Zeit zum Blasen, wir müssen unseren biologischen Kreativitätsversuch noch weiterführen." Dazu kauften sie Hasenhirn-Samen, denn dazu hatten sie schließlich das Schwarzgeld geholt. Sie begaben sich nach Auerbach - dort wachsen bekanntlich die fruchtbarsten Knallerbsen-Sträucher.

Huldigung an den Fruchtbarkeitsgott

Dort angekommen zerschnitten sie den Maschendrahtzaun, der gebraucht wurde, um die Kostbarkeit vor Missbrauch zu schützen. Sie streuten den Hasenhirn-Samen auf den Knallerbsenstrauch und der schöne Bernhard entlockte seinem Dudelsack diesmal etwas besonders Spritziges, um dem Fruchtbarkeitsgott zu huldigen. Und tatsächlich verbanden sich die Gegensätze miteinander, was niemand schon beim ersten Mal erwartet hätte, denn eigentlich war ihre Reife noch nicht erreicht.

Heraus kam ein edler Tropfen, der in Flaschen abgefüllt ein tolles Bukett hatte und unter dem Namen "Knallhirn" illegal nach Luxemburg vermarktet wurde. Um die sowieso schon einzigartige Konsistenz stetig zu verbessern, führten sie weitere Selbstversuche durch.

Und wenn sie nicht gekommen sind, experimentieren sie noch heute.

Dass dieses Märchen erzählt und mit szenischer Darstellung unterstützt eine große Gaudi war, brauch ich wohl nicht extra zu erwähnen. Besonders dazu beigetragen hat unser "schöner Bernhard".

P.S.: Der biologische Kreativitätsversuch ist übrigens nicht zur Nachahmung zu empfehlen.

Marcus Ohl, Teilnehmer dieses ominösen Workshops

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